Die 10 besten Tauchplätze auf den Philippinen
Die Philippinen beherbergen eines der artenreichsten Meeresökosysteme der Welt. Das Archipel liegt im Coral Triangle, dem globalen Zentrum der marinen Biodiversität, und bietet mehr als 7.000 Inseln, weitläufige Riffsysteme, spektakuläre Wracks und Tauchplätze, die von flachen Korallengärten bis zu steilen Tiefwasser-Wänden reichen. Wassertemperaturen liegen ganzjährig zwischen 26 und 29 Grad Celsius, Sichtweiten von 15 bis 25 Metern sind an guten Tagen die Norm. Strömungen variieren erheblich je nach Tauchgebiet und Jahreszeit – von hauchzartem Drift bis zu reissenden Kanalströmungen.
1. Tubbataha Reef, Sulu-See
Tubbataha Reef ist UNESCO-Welterbe und das absolute Flaggschiff unter den philippinischen Tauchzielen. Das abgelegene Atoll, nur per Liveaboard erreichbar, liegt 150 Kilometer südöstlich von Puerto Princesa und bietet zwei Riffstrukturen mit Wänden, die senkrecht in 50 Meter und tiefer abfallen. Haie – Weißspitzen-, Grau- und Hammerhaie – sind konstant präsent. Riesen-Mantarochen, Walhaie und grosse Thunfisch-Schulen gehören zur Normalität. Saison: März bis Juni, ausschliesslich Liveaboard. Advanced Open Water empfohlen, einige Tauchgänge sind erst ab Rescue-Level zugänglich.
2. Apo Reef, Mindoro-Strasse
Apo Reef ist das grösste Barrierriff der Philippinen und das zweitgrösste zusammenhängende Korallensystem Asiens. Die Riffwände fallen auf über 40 Meter ab und sind mit Weichkorallen, Gorgonienfächern und einem Artenreichtum bedeckt, der Biologen noch heute verblüfft. Schildkröten, Mantarochen und Haie sind täglich zu sehen. Starke Strömungen an den Kanalpassagen erfordern Drifttauchgangs-Erfahrung. Beste Monate: März bis Juni. Per Liveaboard oder Tagesboot von Puerto Galera erreichbar.
3. Malapascua Island, Cebu
Malapascua ist weltberühmt für eine einzige Tierart: den Fuchshai (Alopias pelagicus). An der Monad Shoal, einer unterseeischen Erhebung in 25 bis 30 Metern Tiefe, besuchen Fuchshaie jeden Morgen in der Dämmerung Reinigungsstationen. Das Tauchen beginnt vor Sonnenaufgang. Neben Fuchshaien finden sich Traumata, Mantarochen und gelegentliche Walhaie. Advanced Open Water Pflicht, Tiefsee-Erfahrung hilfreich. Beste Zeit: Dezember bis Mai, wenn die Nordost-Monsun-Winde liegen.
4. Coron-Wracks, Palawan
Coron beherbergt eine Flotte versenkter japanischer Versorgungsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg – mindestens zwölf Wracks liegen im Coron Bay in Tiefen zwischen 10 und 43 Metern. Der Kogyo Maru, der Akitsushima-Flugzeugträger und der Okikawa Maru sind die bekanntesten. Alle sind stark mit Korallen bewachsen und bewohnt von Zackenbarsch, Muränen und Fledermausfischen. Wassersicht 5 bis 15 Meter. Wrack-Specialty empfohlen, für tiefere Wracks Advanced Open Water Pflicht. Beste Zeit: November bis Mai.
5. Anilao, Batangas
Anilao, rund zwei Stunden südlich von Manila, gilt als Mutterschiff des philippinischen Muck-Diving. Die Schlick- und Sandböden der Batangas Bay und die umliegenden Riffe beherbergen eine Dichte an Makroobjekten, die weltweit ihresgleichen sucht: Rhinopias-Drachenkopffische, Warzenkröpfer, Gespensterpfeifenfische, zahlreiche Nacktschneckenarten und seltene Oktopusse. Fotowettbewerbe der internationalen Unterwasserfotografie-Szene finden regelmässig hier statt. Open Water tauglich; Erfahrung im Muck-Diving ist von Vorteil. Ganzjährig tauchbar.
6. Balicasag Island, Bohol
Balicasag ist ein kleines Meeresschutzgebiet vor der Küste Bohols und beeindruckt durch seine scharfen Riffwände, die fast senkrecht auf über 40 Meter abfallen. Ausserhalb des Schutzgebiets treffen Jacks und Thunfische in riesigen Schwärmen aufeinander. Im flacheren Bereich tummeln sich Schildkröten in aussergewöhnlicher Dichte. Die Strömung kann stark werden, besonders an den westlichen Wand-Abschnitten. Open Water für die flacheren Bereiche ausreichend, Advanced für die Wände empfohlen.
7. Twin Reef und Fantastic Reef, Cebu
In der Cebu-Passage nördlich von Malapascua liegen mehrere kleinere Riffe, die deutlich weniger Besucher sehen als die bekannten Spots. Twin Reef und Fantastic Reef bieten gesunde Hartkorallen in 5 bis 22 Metern und ein überraschend reges Haifisch-Aufkommen: Weißspitzen-Riffhaie sind in der Dämmerung konstant unterwegs. Gorgonienfächer, Trompetenfische und Napoleonfische vervollständigen das Bild. Open Water geeignet, kaum Strömung. Beste Zeit: Dezember bis Mai.
8. Rockport Dive Site, Anilao
Rockport ist einer der tieferen und dramatischeren Tauchplätze rund um Anilao. Eine Fels- und Riffstruktur beginnt bei 12 Metern und fällt steil auf über 35 Meter ab. Die oberen Abschnitte sind für Weitwinkel-Fotografen ideal – Schulen aus Füsilieren und Kardinalfischen füllen das Bild. In der Tiefe finden sich Gorgonienfächer mit Zwergseenadeln. Strömung kann zeitweise stark sein, was Drifterfahrung voraussetzt. Advanced Open Water empfohlen.
9. Sampaguita, Tubbataha-Gebiet
Sampaguita liegt innerhalb des Tubbataha-Schutzgebiets und gilt als einer der artenreichsten Einzelabschnitte des gesamten Riffs. Die Wand fällt nahezu senkrecht von 3 auf über 50 Meter ab. In Nischentiefen zwischen 20 und 35 Metern sind Haie, Mantarochen, Riesen-Barrakudas und seltene Pelagische wie Ochsenauge-Thunfische zu beobachten. Nur per Liveaboard erreichbar. Advanced Open Water Pflicht, Tauchgänge werden von Guides begleitet.
10. Coral Garden und South Shore Divers, Anilao
Coral Garden ist einer der best erhaltenen Korallenriff-Flachbereiche in der Batangas Bay, mit einer aussergewöhnlichen Dichte an Acropora-Verzweigungskorallen in 5 bis 15 Metern. Hier lebt eine entsprechend reiche Zugehörigkeitsfauna: Seepferdchen, Drachenkopffische, Kugelfische und Riffhaie in Jugendform. South Shore Divers betreibt eine angesehene Tauchbasis direkt am Wasser, die für Handlung und Kurs-Angebote bekannt ist. Ideal für Open Water und erste Ausrüstungstouren.
Praktische Informationen
Die beste Gesamtjahreszeit auf den Philippinen liegt zwischen November und Mai, wenn der Nordostmonsun (Amihan) trockenes Wetter und ruhige See bringt. Coron, Puerto Princesa und El Nido sind direkt von Manila erreichbar; Malapascua über Cebu. Für Tubbataha und Apo Reef sind Liveaboard-Buchungen weit im Voraus nötig, da die Saison kurz ist und die Plätze schnell vergriffen sind. Öffne die Karte, um alle eingetragenen Tauchplätze der Philippinen zu entdecken und die Route zu planen.