Die 10 besten Tauchplätze auf den Cayman Islands
Die Cayman Islands — Grand Cayman, Cayman Brac und Little Cayman — sind ein Dreierarchipel in der westlichen Karibik, der zu den am besten entwickelten Tauchzielen der Welt gehört. Das Besondere ist nicht die schiere Artenvielfalt, obwohl sie beeindruckend ist, sondern die Verlässlichkeit: ausgezeichnete Sichtweiten von 30 bis 40 Metern, Wassertemperaturen konstant bei 27 bis 29 Grad und eine Taucherinfrastruktur, die selbst hohen Standards genügt. Alle drei Inseln liegen auf Kalksteinsockel über dem Cayman-Graben — einem der tiefsten Meeresabschnitte der Welt.
1. Bloody Bay Wall, Little Cayman
Bloody Bay Wall gilt in Fachkreisen als einer der zehn besten Tauchplätze der Welt. Die Wand beginnt bereits bei 6 Metern Tiefe und fällt senkrecht in über 1.800 Meter — man taucht am Rand des Nichts mit der Lagune im Rücken und dem Tiefseeblau vor sich. Die Korallenkronen oben sind außergewöhnlich frisch; Gorgonien, Schwämme und Riffhaie sind allgegenwärtig. Strömungen sind gering; die Wand ist für alle Qualifikationsstufen geeignet, solange die Tiefenbegrenzung respektiert wird.
2. Kittiwake Wreck, Grand Cayman
Das USS Kittiwake, ein 76 Meter langer ehemaliger US-Marine-Rettungsschlepper, wurde 2011 gezielt als künstliches Riff in 18 bis 29 Metern Tiefe versenkt. Die Besiedlung durch Weichkorallen, Muränen und Kalmar-Schulen war rascher als erwartet. Das Wrack ist teilweise zugänglich für Penetrations-Tauchgänge — Maschinenraum, Mannschaftsquartiere und Brücke können in Begleitung erkundet werden. Ein ausgezeichneter Einstieg in den Wracktauchsport, weil das Wrack übersichtlich und gut dokumentiert ist.
3. Stingray City, Grand Cayman
Stingray City ist keine Tauchattraktion im klassischen Sinn — es ist eine Sandbank in der Nordbucht von Grand Cayman bei 3 bis 4 Metern Tiefe, wo seit Jahrzehnten Fischerboote ihren Fang reinigten und dabei hunderte von Südlichen Stachelrochen konditionierten. Die Tiere sind an Menschen gewöhnt, schwimmen frei und lassen sich streicheln. Als Taucherfahrung ist es einzigartig, als Wildtierinteraktion umstritten. Für Schnorchler und Taucher gleichermaßen zugänglich; täglich mehrere Tausend Besucher in der Hochsaison.
4. Babylon, Little Cayman
Babylon liegt an der Südwand von Little Cayman und ist dem Trubel von Bloody Bay völlig entgegengesetzt — kaum Verkehr, weite Strecken unberührter Korallen und eine tiefe Stille, die nur von gelegentlichen Hammerhaien gestört wird. Die Wand fällt von 15 auf über 50 Meter; dazwischen gibt es Felsspalten, in denen Nassau-Zackenbarsche von beeindruckender Größe residieren. Advanced Open Water empfohlen; ausgezeichnet für Fotografen ohne Zeitdruck.
5. Eden Rock und Devil's Grotto, Grand Cayman
Direkt vor George Town liegen zwei nahe beieinander gelegene Höhlensysteme, die für Taucher ohne Boot erreichbar sind. Eden Rock bietet dramatische Schwimmdurchgänge durch eine Korallenformation, besetzt mit blaugestreiften Grunzern, Tarpon und Languste. Devil's Grotto nebenan hat enge Kanäle und Kammern, durch die Licht in blauen Strahlen eindringt. Beide Sites sind bei 5 bis 20 Metern; exzellent für Unterwasserfotografie. Einsteiger freundlich.
6. Cemetery Beach Wall, Grand Cayman
Cemetery Beach auf der Westseite Grand Caymans hat einen der bequemsten Strandeinstiege aller Karibikinseln. Kurz nach dem Einstieg beginnt eine sanfte Riffkrone, die bei 15 Metern an eine Wand übergeht. Keine Strömungen, ausgezeichnete Sichtweiten, reichlich Schildkröten — diese Site ist der Liebling vieler Grand-Cayman-Einheimischer, die mehrmals pro Woche tauchen. Ideal für Open-Water-Taucher und für Fotoübungen.
7. East End Wall, Grand Cayman
Das Ostkap von Grand Cayman empfängt direktere atlantische Dünung als die Westseite und hat entsprechend weniger Taucherbetrieb. Die East End Wall fällt bei 15 bis 20 Metern ab und hat Kanäle und Überhänge, die als 'Swim-Throughs' bekannt sind — kurze Tunnelpassagen durch das Riff, die mit Weichkorallen ausgekleidet sind. Strömungen können moderat bis stark sein; Advanced Open Water empfehlenswert. Hammerhaie erscheinen gelegentlich im Tiefwasser.
8. Cayman Brac — Captain Keith Tibbetts
Das Wrack der MV Captain Keith Tibbetts, ein ehemaliges sowjetisches Fregattenboot der Frigate-Klasse, wurde 1996 in 25 bis 32 Metern Tiefe auf Cayman Brac versenkt. Das 100 Meter lange Schiff liegt auf der Steuerbordseite; Maschinenraum, Turm und Deck sind zugänglich. Korallenbesiedlung ist gut fortgeschritten; Riffhaie und Muränen sind feste Bewohner. Cayman Brac ist deutlich ruhiger als Grand Cayman — das Wrack teilt man oft mit keinem anderen Taucher.
9. Devil's Throat, Grand Cayman
Devil's Throat am Westende von Grand Cayman ist eine natürliche Röhre, die von 18 Metern am Riff hinunter durch die Wand bis auf 40 Meter führt. Das Innere ist mit fluoreszierenden Schwämmen und Weichkorallen ausgekleidet; am Ausgang öffnet sich das blaue Tiefwasser. Wegen der Tiefe und der Röhrenpassage ist dieser Tauchgang Advanced Open Water oder höher geeignet. Geführter Tauchgang dringend empfohlen für den ersten Besuch. Karte öffnen und Devil's Throat am Westtip Grand Caymans lokalisieren.
10. Parrot's Reef, Little Cayman
Parrot's Reef liegt auf der nördlichen Seite Little Caymans, geschützt von Bloody Bay, und bietet ruhigere Bedingungen als die Außenwand. Ein ausgedehntes Korallenplateau von 10 bis 20 Metern mit Schildkröten, Nassau-Zackenbarsch und kleinen Schwarzspitzen-Riffhaien. Ideal für Schnorchler und Taucher, die zwischen den intensiveren Wandtauchgängen eine entspannte Session suchen.
Praktische Hinweise
Die Cayman Islands können das ganze Jahr über getaucht werden. Die Hochsaison von Dezember bis April bringt die ruhigsten Meeresbedingungen und bestes Wetter. Während der Hurrikansaison (Juni bis November) können kurzfristige Schließungen von Außenriffen vorkommen. Grand Cayman hat eine hervorragende Taucherinfrastruktur mit Nitrox, technischen Gasen und einer Hyperbarkammer auf der Insel. Little Cayman und Cayman Brac erfordern Vorausplanung — Resorts müssen frühzeitig gebucht werden.