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Die 10 besten Tauchplätze in Schottland

Schottisches Tauchen ist nichts für Weichlinge — aber für diejenigen, die sich auf die kalten, manchmal mystisch grünen Gewässer einlassen, bietet es Erlebnisse, die in keinem tropischen Meer zu finden sind. Das Herzstück ist Scapa Flow auf den Orkney-Inseln, eine natürliche Schutzbucht, deren Meeresgrund von den Überresten der versenkten Deutschen Hochseeflotte bedeckt ist — das beste Wractauchen in Europa, wenn nicht der Welt. An der Festlandküste bei St. Abbs tauchen Taucher durch Wälder aus Seegurken und Seeanemonen, die in der nährstoffreichen Strömung prächtig gedeihen. Der Sound of Mull bietet Großmeerestiere und dramatische schottische Landschaft, und um Oban herum gibt es Zugang zu dutzenden Tauchplätzen in den Inneren Hebriden. Erkunde alle Tauchplätze auf der Karte.

1. Scapa Flow, Orkney — SMS Kronprinz Wilhelm

Die Versenkung der Deutschen Hochseeflotte am 21. Juni 1919 durch Admiral Ludwig von Reuter ist eines der dramatischsten Ereignisse der Marinegeschichte, und die 50-plus Wracks auf dem Boden von Scapa Flow sind das Ergebnis. Der Kronprinz Wilhelm ist eines der am besten erhaltenen Großkampfschiffe: 144 Meter lang, liegend auf 35 bis 40 Metern Tiefe. Gelegentlich passierende Wellen aus dem Norden führen Sichtveränderungen ein, aber üblicherweise ist die Sicht acht bis fünfzehn Meter. Schwärme von Schollen und Blauflossen-Thunfischen im Sommer. Erfahrene Wraktaucher schätzen die intakten Türme und die großen Dampfkessel.

2. Scapa Flow — SMS Brummer

Der Leichte Kreuzer Brummer liegt in 34 Metern auf der Seite und ist einer der technisch anspruchsvollsten Wracks in Scapa Flow. Die Kanonen zeigen noch auf ihre ursprünglichen Positionen; der Rumpf ist mit Plumosanemonen und Riesenkammmuscheln besetzt. Sicht: oft acht bis zwölf Meter. Der Tauchgang erfordert erfahrene Taucher; Penetration nur mit Wracktauchausbildung. Wasser: 8 bis 12 Grad — Trockenanzug Pflicht.

3. St. Abbs Head, Scottish Borders

St. Abbs Head ist ein Meeresnaturschutzgebiet und das bekannteste Tauchziel an der schottischen Festlandküste. Die Klippen des Headlands setzen sich unter Wasser in Felsformationen fort, die mit Seeanemonen, Seegurken, Seestern-Aggregationen und gelegentlich Europäischen Hummern besetzt sind. Tiefgänge von fünf bis zwanzig Metern; Strömung variabel. Besonders im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Sicht bis auf zwölf Meter steigt und die Tierwelt aktiv ist. Shore-Dive von der Promenade in St. Abbs möglich.

4. Sound of Mull, Innere Hebriden

Der Sound of Mull zwischen der Isle of Mull und dem Festland bietet eine Kombination aus tiefen Kanälen, Riesenseepocken und gelegentlichen Begegnungen mit Grauen Zitterrochen und Nagelrochen. Wracks liegen über den Boden verteilt; das bekannteste ist der Dampfer Shuna auf 28 Metern. Tintenfische sind im Frühling regelmäßig anzutreffen, wenn sie zum Laichen in die seichten Buchten kommen. Strömung im Sound kann erheblich sein; Tauchgänge werden für Slack Water (Kenterlücke) geplant.

5. Oban Bay, Innere Hebriden

Die Stadt Oban ist das Zugangszentrum für das Tauchen in den Inneren Hebriden, und direkt in der Bucht liegen mehrere Tauchplätze innerhalb kurzer Bootsfahrt. Das Wrack der Thesis in 18 bis 25 Metern ist ein Klassiker: ein schottischer Trawler mit intakten Netzen, bewachsen mit Plumosanemonen, bewohnt von großen Dorschen. Katzenhaie ruhen unter überhängenden Felsplatten. Wasser: 9 bis 14 Grad, Trockenanzug empfohlen. Shore-Tauchen in Oban Bay selbst ist möglich.

6. Scapa Flow — F2 Trawler

Nicht alle Wracks in Scapa Flow sind Kriegsschiffe. Der F2-Trawler, ein kleines Fischereifahrzeug auf 16 Metern Tiefe, ist einer der zugänglichsten Tauchen auf den Orkney-Inseln. Das Wrack liegt aufrecht, mit erkennbarer Brücke und Fischladeräumen. Kabeljau und Schellfisch bewohnen das Wrack; Seesterne und Nacktschnecken überziehen den Rumpf. Ideal für Taucher, die Orkney erkunden möchten, aber noch keine Erfahrung mit tiefen Wracks haben.

7. Bell Rock, Nordsee

Bell Rock ist eine Untiefe in der Nordsee östlich von Arbroath, bekannteste durch den gleichnamigen Leuchtturm — dem ältesten noch aktiven Meeresleuchturm der Welt. Unter Wasser: steiniger Grund mit dichten Kolonien aus Seegurken, Plumosanemonen und gelegentlichen Tintenfischen. Die Strömungen der Nordsee sind stärker als an der Westküste; der Tauchgang ist auf Kenterlücken angewiesen. Erfahrung in Strömungsdiving und Trockenanzug werden vorausgesetzt.

8. Loch Fyne, Argyll

Wer das offene Meer scheut, findet in den schottischen Lochs exzellente Tauchmöglichkeiten. Loch Fyne ist das tiefste Meeresfjord Schottlands (bis 216 Meter) und beherbergt in seinen geschützten Flachbereichen bis zwanzig Metern Tiefe Europäische Hummer, Seenadeln und dichte Muschelbänke. Die Sicht in den Lochs ist oft grünlich, aber stabiler als im offenen Meer. Shore-Dive von mehreren Zugangspunkten aus dem Ort Inveraray.

9. Dunstaffnage Bay, Oban-Bereich

Dunstaffnage Bay nördlich von Oban ist ein ruhiger Einstand für Anfänger und Fototaucher. Das flache Riffsystem bis vierzehn Metern bietet eine ungewöhnliche Dichte an schottischen Tierraritäten: Seepferdchen werden hier regelmäßig gemeldet, Flunder liegen verborgen im Sand, und Nacktschnecken-Arten in ungewöhnlicher Vielfalt. Kein Bootsstart nötig — Shore-Dive von der Marina.

10. Scapa Flow — Blockship Tabarka

Die Blockships in den Zufahrtskanälen von Scapa Flow sind die flachsten Tauchgänge des Gebietes und deshalb ideal für Einsteiger und Wiedereinstieg in die Wracktaucherei. Die Tabarka liegt auf sieben bis zwölf Metern, vollständig bewachsen mit Plumosanemonen, Seenelken und Meeresschnecken. Keine gefährliche Strömung, ausgezeichnet für Fotografie. Viele Taucher kombinieren diesen Tauchgang an einem Nachmittag mit einem tiefen Kriegsschiff-Wrack am Morgen.

Praktische Hinweise

Die Hauptsaison für Scapa Flow ist Mai bis September; die Lichtverhältnisse sind dann am besten und die Sicht oft auf zwölf bis fünfzehn Meter. An der Festlandküste taucht sich auch der Winter interessant — geringere Trübung, aber Wassertemperaturen unter 8 Grad. Trockenanzug ist an allen schottischen Tauchplätzen dringend empfohlen; selbst im Sommer überschreiten die Temperaturen selten 14 Grad. Zugang zu Scapa Flow über Kirkwall auf Orkney; Fähren von Gill's Bay oder Flug von Inverness. Alle Tauchplätze auf der Karte.