Die 10 besten Tauchplätze in Panama
Panama besitzt das seltene Privileg, zwei Ozeane zu beherbergen — und beide Küsten bieten außergewöhnliches Tauchen. An der Pazifikseite bestimmen Kaltwasserauftrieb, Haie und Mantarochen das Bild; die Karibikseite präsentiert tropische Riffsysteme mit glasklarem Wasser und farbenprächtiger Korallenwelt. Das Herzstück ist der Coiba-Nationalpark, ein UNESCO-Weltnaturerbe vor der Pazifikküste mit einer Artenvielfalt, die den Galapagos-Inseln nacheifert. Bocas del Toro im Nordwesten bietet entspanntes Karibiktauchen in einem der schönsten Archipele Mittelamerikas. Für Großfischfans führt kein Weg an der Hannibal Bank vorbei. Öffne die Karte, um einen Überblick über alle Tauchplätze im Land zu erhalten.
1. Coiba National Park, Pazifik
Der Coiba-Nationalpark ist Panamas Juwel unter den Tauchdestinationen. Die Insel Coiba war jahrzehntelang als Strafkolonie de facto gesperrt, was ihre Unterwasserwelt vor menschlichem Einfluss bewahrte. Heute tauchen Besucher hier zwischen Walthaien (Juli bis September am häufigsten), Weißspitzenhaien, Hammerhaien und Mantarochen. Die Sicht erreicht regelmäßig 30 Meter, Wassertemperaturen liegen zwischen 24 und 28 Grad je nach Auftriebsintensität. Tiefe: 10 bis 40 Meter. AOW-Niveau empfohlen. Mehrtagige Liveaboard-Expeditionen bieten den besten Zugang.
2. Hannibal Bank, Pazifik-Offshore
Die Hannibal Bank, eine unterseeische Erhebung rund 50 Kilometer vor der Küste des Coiba-Nationalparks, ist einer der verlässlichsten Stellen in Mittelamerika, um Schulen von Hammerhaien zu beobachten. Zwischen Juni und November, wenn der pazifische Auftrieb stark ist, versammeln sich mitunter Hunderte von Hammerhaien über der Bank. Dazu Mantarochen, Thunfische und Marlins. Wassertemperatur: 20 bis 26 Grad, Strömung oft stark. Ausschließlich für erfahrene Taucher mit Strömungsdiving-Erfahrung. Zugang ausschließlich über Liveaboards.
3. Isla Iguana, Pazifik
Das Schutzgebiet Isla Iguana vor der Pazifikküste der Azuero-Halbinsel bietet entspannteres Tauchen als Coiba, ist aber nicht weniger artenreich. Humpback-Wale kommen von Juli bis Oktober, um ihre Jungen in den ruhigen Gewässern aufzuziehen — die Begegnung mit einem Pottwal-Paar unter Wasser ist hier möglich. Das flache Riffsystem bis 20 Meter ist ideal für OW-Taucher; gelegentliche Strömungen erfordern Aufmerksamkeit. Adlerrochen und Bänder von Stachelrochen sind häufige Begleiter. Die beste Saison reicht von Januar bis April.
4. Bocas del Toro, Karibik
Der Bocas del Toro-Archipel im Nordwesten Panamas ist das Zentrum des karibischen Tauchens im Land. Rund um Bastimentos und Carenero erstrecken sich Korallenriffe in Tiefen von fünf bis 25 Metern, bewohnt von Seekühen (Manatis), Schildkröten und einer beeindruckenden Vielfalt an Rifffischen. Der Garden-Tauchplatz vor Isla Carenero mit seinen Hornkorallen und Hirnkorallen ist ein Klassiker. Sicht: 10 bis 20 Meter. Wassertemperatur konstant 28 bis 30 Grad. Geeignet für alle Niveaus. Oktopusse und Muränen findet man auf den Nachttauchgängen.
5. Tiger Rock, Coiba-Bereich
Tiger Rock ist ein unterseeisches Felsmassiv innerhalb des Coiba-Nationalparks, das für besonders intensive Haibegegnungen bekannt ist. Bullenhaie, Weißspitzenhaie und Hammerhaie patrouillieren die Felsen, während Mantarochen über dem Plateau kreisen. Tiefen von 15 bis 35 Metern, starke Strömungen möglich. AOW-Zertifikat Minimum, Driftdiving-Erfahrung dringend empfohlen. Nur erreichbar per Liveaboard oder Tagesausflug von Puerto Mutis.
6. Isla Secas, Pazifik
Die Isla Secas-Gruppe, eine private Inselkette im Golf von Chiriquí, bietet exklusives Tauchen in hervorragender Wasserqualität. Die Felsen und kleinen Inseln sind von Schulen aus Gelbflossen-Thunfischen umgeben; Rochen ruhen in Gruppen auf dem Sandgrund. Tiefe: 10 bis 30 Meter. Kältere Auftriebs-Episoden zwischen Januar und April können die Wassertemperatur auf 22 Grad senken — Neoprenanzug empfehlenswert. Nur über ein ansässiges Eco-Resort buchbar; Kapazität stark limitiert.
7. Crawl Cay, Bocas del Toro
Crawl Cay ist ein Korallenriff-Komplex östlich von Bastimentos, der für seine außergewöhnliche Schildkrötendichte bekannt ist. Grüne Meeresschildkröten und Karettschildkröten weiden so dicht am Riff, dass Begegnungen mit fünf oder mehr Tieren in einem einzigen Tauchgang keine Seltenheit sind. Tiefe: drei bis zwölf Meter, idealer Platz für Einsteiger und Freiwassertaucher. Das klare Wasser und die moderaten Bedingungen machen Crawl Cay auch für Unterwasserfotografen attraktiv.
8. Hospital Point, Bocas del Toro
Hospital Point vor der Stadt Bocas del Toro ist ein Wand- und Korallen-Tauchgang in Tiefen von acht bis 28 Metern. Starke Schwämme in Orange und Gelb überziehen die Wand; Trompetenbarsche und Kreolbarsche treiben in Wolken um die Vorsprünge. Das Riff ist nicht in perfektem Zustand — Bleichen haben Spuren hinterlassen — aber die Fischbiomasse ist respektabel. Als Basiscamp-Tauchplatz der örtlichen Tauchschulen ist Hospital Point durchgehend gut erreichbar.
9. Islas Ladrones, Chiriquí-Golf
Die Ladronen-Inseln im Chiriquí-Golf liegen abseits der üblichen Touristenrouten und lohnen den Umweg. Um die felsigen Vorgebirge herum trifft Kaltwasserauftrieb auf flachere Schichten, was Nährstoffmassen erzeugt, denen Barrakuda-Schulen und Makrelen folgen. Pottwal-Sichtungen sind gelegentlich möglich. Tiefen von 12 bis 35 Metern; AOW-Niveau empfohlen. Zugang per Tagesboat von Pedasi oder über einen Liveaboard, der den Chiriquí-Golf mit einschließt.
10. Cayos Zapatillas, Bocas del Toro
Die Zapatilla-Inseln sind das Herzstück des Schutzgebiets Bastimentos. Die unberührten Riffe rings um die beiden Inseln erreichen Tiefen von fünf bis zwanzig Metern und gelten als die gesündesten Korallensysteme im gesamten Bocas-Archipel. Moorish Idols, Papageifische und Trompetenfische sind überall präsent. Adlerrochen kreuzen gelegentlich die Sandböden zwischen den Rifffingern. Die Zapatillas sind ein Tauchgebiet für alle Niveaus, wobei Strömungen auf der Außenseite OW-Taucher zur Vorsicht mahnen sollten.
Praktische Hinweise
Die beste Saison für den Coiba-Bereich ist Dezember bis April (ruhige See, gute Sicht) und Juli bis September (Walhaie, Mantarochen). Bocas del Toro taucht sich ganzjährig; September bis November und März bis Mai bieten die besten Bedingungen. International ist Panama City der Eintrittspunkt; von dort bestehen Inlandsflüge nach David (für Bocas del Toro und Coiba). Liveaboards für Coiba legen in Santa Catalina oder Puerto Mutis ab. Nitrox ist in den meisten spezialisierten Tauchbasen verfügbar. Alle Tauchplätze auf der Karte anzeigen.