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Die 10 besten Tauchplätze in Palau

Palau ist das, was Taucher meinen, wenn sie sagen: Einmal im Leben. Dieser Inselstaat im westlichen Pazifik, gut 800 Kilometer östlich der Philippinen, besitzt eine Meeresbiodiversität, die jeden Superlativ rechtfertigt. Über 60 Prozent der bekannten Korallen- und Fischarten des Pazifiks sind hier präsent; die Kombination aus Außenriff-Wänden, Lagunen-Tauchen, Weltkriegswracks und dem einzigartigen Quallen-See macht Palau zur vielseitigsten Tauchdestination der Region. Wassertemperaturen liegen konstant zwischen 27 und 30 Grad; ein dünner 3-mm-Neopren genügt für die meisten Taucher, ein Shortie für manche. Die Sichtweite ist außergewöhnlich — typisch 25–40 Meter auf den Außenriffen.

1. Blue Corner

Blue Corner ist der berühmteste Tauchplatz Palaus und wohl einer der bedeutendsten des gesamten Pazifiks. Eine Felsnase schiebt sich in den Ozean und bündelt die Strömung, die Fischfauna in der Konzentration zusammenführt, die Taucher aus aller Welt herlockt: Grauhaie und Weißspitzen-Riffhaie patrouillieren in Gruppen, Adlerrochenschwärme ziehen vorüber, Napoleonfische wenden träge im Blauwasser, und darunter liegt ein Korallenplateau übersät mit Gorgonien und Weichkorallen. Erfahrene Taucher nutzen Strömungshaken — Metallhaken mit Leine — um sich an der Riffkante festzuhalten und die Parade der Fische zu beobachten, ohne Energie gegen die Strömung zu kämpfen. Empfohlen ab Advanced Open Water; Strömungstauch-Erfahrung erforderlich.

2. German Channel

Der German Channel verdankt seinen Namen einem Kanal, den deutsche Kolonialarbeiter um 1900 durch das Riff gruben, um Phosphat-Lastkähne durchzuschleusen. Heute ist er primär bekannt für Mantarochen-Stationen: Putzerfische in kurzen Abständen machen den Kanal zu einem der zuverlässigsten Mantarochen-Tauchplätze des Pazifiks. Mantarochen — teils mit Spannweiten von über 4 Metern — kreisen über den Putzerstationen in 15 bis 25 Metern Tiefe und lassen Taucher in nächster Nähe. Tigerrequiem-Haie durchqueren gelegentlich die tiefere Zone des Kanals. Strömungen variieren; für Einsteiger im Kanal gut handhabbar, aber Beobachtung von Haien außerhalb erfordert Erfahrung. Ab Open Water für die Reinigungsstationen.

3. Jellyfish Lake (Ongeim'l Tketau)

Jellyfish Lake ist eines der Taucherlebnisse, die sich von keinem Riff der Welt duplizieren lassen. In einem abgeschlossenen Salzsee auf einer der Felsinseln Palaus haben sich Millionen von Mastigias-Quallen über Jahrtausende in Isolation entwickelt und dabei ihre Nesselzellen weitgehend verloren — sie brennen nicht mehr. Schnarrcheln und Freitauchen zwischen pulsierenden, gelblich-goldenen Quallen, die der Sonne folgen, ist ein surreales Erlebnis. Tauchen mit Pressluft ist verboten, um die empfindliche Schichtung des Sees nicht zu stören. Gute Schwimmfähigkeit und Schnorchelkenntnisse reichen aus. Die Population wurde durch El-Niño-Ereignisse zurückgeworfen und hat sich erholt; aktuelle Bestände bei lokalen Operatoren erfragen.

4. Ulong Channel

Der Ulong Channel bietet Drifttauchen in seiner besten Form: Eine enge Riffpassage kanalisiert die Strömung und schleust Taucher an wechselnden Korallenformationen vorbei, während Fische die Strömung nutzen, um zu fressen. Schulen von Großaugen-Trevally und Barrakudas stehen gegen die Strömung; Weißspitzen-Riffhaie ruhen im Schatten von Überhängen. Am Ende des Channels öffnet sich das Riff zur Lagune — ein klassischer Einstieg für den Rückweg per Boot. Die Tiefe reicht von 5 bis 25 Metern je nach Kanalabschnitt. Ab Advanced Open Water mit Drift-Erfahrung; lokale Guides sind Pflicht und kennen den optimalen Zeitpunkt im Tidenzyklus.

5. Chandelier Cave

Die Chandelier Cave ist ein geologisches Wunder. Das Höhlensystem unter einem der Felsinseln Palaus besteht aus mehreren Kammern, von denen jede eine eigene Lufttasche trägt; in der Decke hängen durch Mineralabscheidungen entstandene Stalaktiten-Vorhänge, die dem System seinen Namen gaben. Taucher dürfen die Luft in den Kammern testen, die noch atembar ist. Die Unterwasserformationen — Stalaktiten unter Wasser und darüber — schaffen ein Lichtspiel, das in Fotoarchiven der Tauchszene zu den Favoriten zählt. Ohne Tageslicht vollständig; Tauchlicht ist Pflicht. Empfohlen ab Advanced Open Water mit Kavernen-Einführung; volle Höhlenzertifizierung für die hinteren Kammern.

6. Blue Holes

Die Blue Holes sind vier vertikale Schächte auf dem flachen Riff, die in 30 Metern Tiefe durch einen horizontalen Tunnel miteinander und mit der Außenwand verbunden sind. Der Abstieg durch die engen, von Sonnenlicht von oben durchfluteten Schächte ist ein visuelles Erlebnis; unten öffnet sich das Riff zur Tiefwand mit Weichkorallen, Gorgonien und gelegentlichen Haien. Das System ist gut dokumentiert und wird täglich von Tauchbooten angefahren. Aufstiegsrate und Dekompression erfordern aufmerksames Zeitmanagement. Empfohlen ab Advanced Open Water; Deep Specialty hilfreich.

7. Peleliu Corner und Peleliu Wall

Peleliu, die südlichste der Hauptinseln Palaus, war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Pazifiks. Unter Wasser bietet Peleliu Corner eine der stärksten Strömungsbegegnungen Palaus — Haie, darunter Silberhaie und Grauhaie, nutzen den Aufstrom vor der Riffkante als Jagdplattform. Die Wall fällt senkrecht auf über 300 Meter ab; auf den ersten 40 Metern wachsen Gorgonien, Seelilien und Weichkorallen von außergewöhnlicher Größe. Nur für erfahrene Taucher mit starken Strömungskenntnissen; ab Advanced Open Water, vorzugsweise Rescue Diver mit Deep Specialty.

8. Wrack der Iro

Die Iro ist eines der bedeutendsten Weltkriegswracks Palaus. Der japanische Öltanker — 147 Meter lang — versenkt im März 1944 bei den amerikanischen Angriffen der Operation Desecrate One, liegt auf 26 bis 42 Metern auf sandigem Grund. Das Wrack ist partiell penetrierbar; Weichkorallen und Gorgonien in ungewöhnlicher Dichte bedecken die Außenflächen, und die Größe des Schiffs macht es möglich, einen ganzen Tauchgang damit zu füllen, ohne alles gesehen zu haben. Tintenfische und Muränen halten sich in den Ritzen auf; im Blauwasser darüber patrouillieren Haie. Empfohlen ab Advanced Open Water mit Wrack-Specialty.

9. New Drop Off (Ngerchong)

New Drop Off liegt auf der Westseite des Barriereriffs und bietet eine senkrechte Wand, die in schwindelerregender Schönheit in die Tiefe abfällt. Im Gegensatz zum Blue Corner ist die Strömung hier moderater und erlaubt entspannteres Tauchen an den Wänden. Seenadeln, Kammgarnelenkrebse und Mantelschnecken in auffälligen Farben hängen an den Korallen; Weißspitzen-Riffhaie ruhen auf Felsvorsprüngen in 20 bis 25 Metern. Ein idealer Platz für Unterwasserfotografen, die Makro- und Weitwinkel-Motive in einem Tauchgang vereinen wollen. Ab Open Water geeignet bei ruhiger Strömung; bei starker Strömung Advanced empfohlen.

10. Ngemelis Wall (Big Drop Off)

Die Ngemelis Wall — lokal Big Drop Off genannt — gilt als eine der schönsten Korallenunterwasserwände des Pazifiks. Die Wand beginnt bei 3 Metern und fällt nahezu senkrecht ab; die ersten 10 bis 25 Meter sind von Weichkorallen in Rot, Orange, Lila und Gelb bedeckt in einer Dichte, die an Aquarien-Dekoration erinnert, aber wild und ursprünglich ist. Tiefe Riffhaie, Schildkröten und Adlerrochen ziehen im Blauwasser vorbei. Die moderate Strömung macht den Platz für fortgeschrittene Einsteiger zugänglich. Ab Open Water für die oberen Abschnitte; ab Advanced für Tieftauchgänge entlang der Wand.

Praktische Hinweise

Palau ist ganzjährig tauchbar; die beste Sichtweite ist von Oktober bis April, wenn die Strömungen stabiler sind und wenig Plankton die Sicht trübt. Von Juni bis September kann Regen häufig sein, aber die Tauchbedingungen bleiben meist gut. Internationaler Anschluss über Palau International Airport (ROR) mit Verbindungen nach Manila, Seoul und Guam. Fast alle Taucher buchen ein Paket inklusive Unterkunft und Tauchbasis; der Standard ist hoch, die Auswahl gut. Strömungshaken gehören zur Pflichtausrüstung bei vielen Plätzen. Für alle eingetragenen Tauchplätze in Palau, öffne die Karte und erkunde sie interaktiv.