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Die 10 besten Tauchplätze auf den Seychellen

Die Seychellen sind für Taucher ein ungewöhnliches Ziel: Das Archipel aus 115 Inseln mitten im Indischen Ozean kombiniert zwei völlig unterschiedliche Unterwasserwelten. Die inneren Granitinseln rund um Mahé, Praslin und La Digue bieten zwischen gigantischen Felsbrocken, Korallengärten und tückischen Meeresströmungen eine abwechslungsreiche Rifffauna. Die äusseren Korallenatolle – allen voran das UNESCO-Welterbe Aldabra – gehören zu den unberührtesten Meeresschutzgebieten weltweit. Wassertemperaturen liegen ganzjährig zwischen 26 und 30 Grad, Sichtweiten an guten Tagen bei 20 bis 30 Metern.

1. Aldabra Atoll

Aldabra ist einer der grössten Korallenatolle der Welt und wegen seiner Abgelegenheit und strikten Zugangsrestriktionen noch heute in nahezu unberührtem Zustand. Das Atoll liegt rund 700 Kilometer westlich von Mahé und ist nur per Liveaboard oder mit Spezialgenehmigung erreichbar. Unter Wasser wimmelt es von Haien – Schwarzspitzenhaie, Grauhaie und Weissspitzenhaie in ungewöhnlicher Dichte. Schildkröten – vor allem Grüne Meeresschildkröten – sind allgegenwärtig. Mantarochen, Napolen-Lippfische und grosse Thunfische vollenden das Bild. Advanced Open Water Pflicht.

2. Shark Bank, Mahé

Shark Bank liegt etwa sechs Seemeilen westlich von Mahé und ist die bekannteste Offshore-Erhebung der inneren Seychellen. In 25 bis 30 Metern Tiefe liegt ein ausgedehnter Granitsockel, an dem Haie, Adlerrochen und Mantarochen regelmässig aufkreuzen. Weissspitzenhaie, Hammerhaie und Bullenhaie wurden hier gesichtet. Die Strömung kann erheblich sein; der Tauchgang wird als Drift mit Bluewater-Auftauchprozedur gefahren. Advanced Open Water Pflicht, Drifterfahrung sehr empfehlenswert.

3. Brissare Rocks

Brissare Rocks sind ein Granitfelsenkomplex nördlich von Mahé, der aus dem Meer ragt und unter Wasser zu einem Labyrinth aus Felsspalten, Höhlen und Korallenflächen wird. Tiefe bis 35 Meter. Weissspitzenhaie ruhen tagsüber in den Grotten, Muränen und Steinfische (Synanceia verrucosa) lauern auf Beute. Die Felsstruktur ist dramatisch und fotografisch sehr ergiebig. Strömungen variieren je nach Wind- und Tidestand. Open Water für die oberen Bereiche, Advanced für die tieferen Routen.

4. Aride Island

Aride ist ein Naturschutzgebiet und Vogelreservat, dessen Unterwasserwelt selten getaucht wird – und daher ausserordentlich ungestört wirkt. Die Riffhänge rund um die Insel fallen auf 25 bis 35 Meter ab und bieten gesunde Hartkorallenbestände. Schildkröten, Fusilier-Schwärme und grosse Grupperzackenbarsche dominieren. Strömungen können an den exponierten Seiten erheblich sein. Da Aride ein Schutzgebiet ist, sind Tauchgänge nur mit genehmigten Operatoren möglich. Beste Zeit: April bis Oktober.

5. Desroches Drop

Desroches ist ein Korallenatoll im äusseren Seychellen-Bereich rund 230 Kilometer südwestlich von Mahé. Das Resort auf der Insel hat eine kleine Tauchbasis, und der Desroches Drop – ein Riffhang, der auf über 40 Meter abfällt – ist das Highlight. Mantarochen an Reinigungsstationen, Schildkröten in grosser Dichte, Tubenkorallen in ausgezeichnetem Zustand und gelegentliche Hammerhai-Sichtungen kennzeichnen diesen Tauchplatz. Advanced Open Water empfohlen. Beste Zeit: Dezember bis April.

6. Ste Anne Marine Park

Der Ste Anne Marine Park vor Mahé ist das älteste marine Schutzgebiet der Seychellen und für Einsteiger ein idealer Startpunkt. Die flachen Korallengärten in 5 bis 18 Metern Tiefe bieten eine Vielfalt an Fischarten, Schildkröten und Oktopussen. Die Sicht ist durch die Nähe zur Küste von Mahé gelegentlich eingeschränkt, aber bei guten Bedingungen klar und einladend. Open Water tauglich, kaum Strömung. Ideal für erste Tauchgänge auf den Seychellen.

7. Marianne Island

Marianne ist eine kaum besuchte kleine Insel östlich von La Digue, deren Unterwasserwelt von grossen Granit-Blöcken geprägt wird. Zwischen den Blöcken entstehen natürliche Tunnels und Kammern, die von Glasfischen, Riff-Hummern und Seeschlangen bevölkert werden. Die Fische sind ausnehmend wenig scheu, da Marianne selten getaucht wird. Tiefe bis 25 Meter. Strömungen abhängig von Windlage und Tidestand. Fortgeschrittene Open-Water-Taucher fühlen sich wohl.

8. Le Rocher, Praslin

Rund um Praslin – die zweitgrösste Insel der inneren Seychellen – gibt es mehrere Tauchplätze mit Granitcharakter. Le Rocher, ein aus dem Wasser ragender Felsblock südlich von Praslin, hat unterhalb der Oberfläche eine ausgedehnte Riffstruktur mit Weichkorallen und Gorgonienfächern bis 30 Metern Tiefe. Grauhaie sind am Abend häufig. Sichtweite 10 bis 20 Meter. Open Water tauglich für die oberen Bereiche, Advanced für die tiefe Seite.

9. Amirantes Group

Die Amirantes sind eine Inselgruppe rund 250 Kilometer südwestlich von Mahé, die selten auf herkömmlichen Tourismus-Routen erscheint. Afrikanbank und D'Arros Island bieten unberührte Riffe mit hohen Haidichten: Hammerhai-Schulen, Weissspitzenhaie und Tigerhaie wurden hier dokumentiert. Mantarochen sind an der Afrikanbank besonders präsent. Das Tauchen hier ist Expeditionscharakter: Advanced Open Water Pflicht, Liveaboard erforderlich. Wenig Daten, viel Ursprünglichkeit.

10. Dragon's Lair, Mahé

Dragon's Lair ist ein Granitfelsen-Tunnel nördlich von Mahé, der von der Oberfläche auf 28 Meter Tiefe führt. Das natürliche Gewölbe ist von Schwämmen, Kaurimuscheln und kleinen Röhrenwürmern ausgekleidet. Am Tunnelausgang sammeln sich Fischschwärme in der Strömung. Barrakudas und Weissspitzenhaie sind an der Strömungsseite präsent. Für erfahrene Open-Water-Taucher ohne Klaustrophobie und guter Auftriebskontrolle machbar; Advanced wird empfohlen. Beste Zeit: Mai bis Oktober.

Praktische Informationen

Die beste Taucherzeit hängt vom Monsun ab: Von April bis Oktober bringt der Südost-Monsun ruhige Bedingungen an den Westseiten der inneren Inseln, von November bis März ermöglicht der Nordwest-Monsun das Tauchen an den Ostseiten und am Shark Bank. Mahé ist per Direktflug von vielen europäischen Städten erreichbar. Tauchbasen gibt es in Victoria, Beau Vallon und auf Praslin. Für Aldabra, Amirantes und Desroches sind Liveaboard-Buchungen über spezialisierte Anbieter nötig. Öffne die Karte, um alle registrierten Seychellen-Tauchplätze zu durchsuchen.