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Die 10 besten Tauchplätze in der Schweiz

Die Schweiz ist kein Meeresland — und trotzdem überraschend reich an hervorragenden Tauchplätzen. Klare Alpenseen mit Sichtweiten von bis zu 20 Metern, das legendäre Flusstauchgebiet der Verzasca und eine dichte Infrastruktur von Tauchclubs machen das Binnenland zu einem ernstzunehmenden Ziel für Sporttaucher. Wassertemperaturen in Bergseen liegen im Sommer zwischen 12 und 22 Grad je nach Tiefe, im Winter sinken sie auf unter 5 Grad — wer tief taucht, braucht das ganze Jahr über einen Trockenanzug oder einen dicken Semidry.

1. Lac Léman (Genfersee), Kanton Waadt

Der Genfersee ist mit einer Tiefe von 310 Metern der tiefste See der Alpen und bietet Tauchgänge auf mehreren Ebenen. An den Einstiegspunkten rund um Villeneuve und Lutry gibt es gut erhaltene Holzstege, Fischerboote und eine überraschend reiche Unterwasserwelt mit Hechten, Felchen und Barschschwärmen. Sichtweiten von 8 bis 15 Metern sind im Frühjahr typisch; im Spätsommer kann die Oberfläche durch Algenblüten getrübt sein. Geeignet ab Open Water, maximal 30 Meter an den Standardeinstiegen.

2. Verzasca, Tessin

Der Fluss Verzasca bei Lavertezzo ist einer der spektakulärsten Süßwassertauchplätze Europas. Das Wasser ist kristallklar und leuchtend türkisgrün, die Felsformationen unter der Oberfläche gleichen einer Skulpturenausstellung — glattgeschliffener Gneis in jeder erdenklichen Form. Strömung ist das zentrale Thema: Je nach Pegelstand kann sie harmlos oder sehr anspruchsvoll sein. Die besten Bedingungen herrschen von Juli bis September, wenn die Wasserführung stabil und die Temperaturen um 14 Grad liegen. Tauchgang nur mit erfahrenem Flussführer.

3. Vierwaldstättersee — Lopper und Beckenried, Nidwalden

Der Lopper-Abschnitt bei Beckenried zählt zu den beeindruckendsten Unterwasserwänden der Deutschschweiz. Eine steile Felswand fällt von 5 auf über 50 Meter, bedeckt mit Süßwasserschwämmen, Strudelwürmern und dichten Muschelfeldern. Direkt am Ufer liegen gut ausgeschilderte Einstiege bei Rütenen; das Wassersportzentrum Zürich betreibt vergleichbare Wände am Zürichsee. Trockenanzug empfohlen ab Herbst. Zertifizierung: Advanced Open Water für Wandtauchgänge unter 20 Meter.

4. Zürichsee — Steinrad und Ermitage

Am Zürichsee konzentrieren sich Dutzende Tauchplätze auf engem Raum. Steinrad, Ermitage und Bocchiaplatz sind die beliebtesten, mit gut erreichbaren Einstiegen direkt vom Ufer. In 8 bis 15 Metern Tiefe findet man alte Pfahlbaureste, versunkene Gegenstände aus Jahrhunderten menschlicher Seebenutzung und reichlich Fische. Das Wassersportzentrum Zürich (WZT) organisiert geführte Nachttauchgänge und stellt Ausrüstung bereit. Sichtweite schwankt zwischen 3 und 12 Metern je nach Jahreszeit.

5. Walchensee, Bayern/Deutschland — Grenzgewässer

Der Walchensee liegt zwar technisch in Bayern, wird aber von vielen Schweizer Tauchern als Wochenend-Highlight angesteuert und verdient einen Platz auf jeder Alpenliste. Mit 192 Metern einer der tiefsten deutschen Seen, Sichtweiten von regelmäßig 10 bis 20 Metern und einem Riff aus Kalksteinblöcken in 20 bis 40 Metern. Im Sommer Wassertemperaturen von 18 Grad an der Oberfläche, unter 10 Grad ab 20 Meter. Geeignet für alle Levels, Trockenanzug für Tieftauchgänge empfohlen.

6. Lago di Lugano — Parete di Caslano und Unterwasserwälder

Der Luganersee im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Italien bietet eine Besonderheit: versunkene Wälder, deren Baumstümpfe in 15 bis 25 Metern Tiefe noch aufrecht stehen — stumme Zeugen veränderter Seespiegel. Die Taucheinstiegsstelle bei Caslano ist gut erschlossen; Lugano-Sub bietet Orientierungstauchgänge für Neulinge an. Das Deserto-Riff vor Figino besteht aus großen Granitblöcken und beherbergt Aale, Barben und Döbel. Sichtweiten erreichen im Winter bis zu 15 Meter.

7. Klöntalersee, Kanton Glarus

Weniger bekannt als seine größeren Nachbarn, aber für erfahrene Taucher ein Geheimtipp: Der Klöntalersee liegt auf 848 Meter Höhe und ist eiskaltes Wasser das ganze Jahr. Die steilen Wände des Glarnischen fallen bis auf 50 Meter ab und sind mit Schwämmen und Algen bewachsen. Kaum Besucherdruck, ausgezeichnete Sichtweiten von bis zu 20 Metern. Kältetaugliche Ausrüstung ist Pflicht; Trockenanzug wird dringend empfohlen. Kein kommerzieller Tauchanbieter vor Ort — eigenständige Planung und Eignung erforderlich.

8. Lago di Lugano — Relitto Milano

Das Wrack Milano liegt in rund 30 Metern Tiefe im Luganersee und ist eines der wenigen zugänglichen Süßwasserwracks der Schweiz. Das Motorboot sank unter ungeklärten Umständen und ist gut erhalten, von Muscheln und Algen überzogen. Wegen der Tiefe und der sprunghaften Temperaturabnahme unterhalb der Sprungschicht ist ein Trockenanzug Standard. Für Wracktaucher eine lohnende Kombination mit dem Unterwasserwald von Figino, die beide an einem Tauchgang absolviert werden können.

9. Thunersee, Kanton Bern

Der Thunersee bietet für Breitensport-Taucher ideale Bedingungen: sanfter Seegrund, zahme Hänge und ein gut ausgebautes Netz von Tauchclubs in Thun und Spiez. In flacheren Zonen bis 15 Metern sind Sichtweiten von 8 bis 12 Metern typisch. Im Frühling treiben Temperaturen nahe der Oberfläche auf angenehme 16 Grad; in der Tiefe bleibt es kalt. Besonders attraktiv ist der Bereich bei Faulensee mit seinen Schilfzonen, in denen Hechte auf Beute lauern. Geeignet für Open-Water-Taucher aufwärts.

10. Haslisee (Brienzersee-Abschnitt) und Blausee, Kanton Bern

Der Blausee bei Kandersteg ist mit seinem unglaublich transparenten Wasser und dem neonblauen Schimmer ein fotografisches Erlebnis, das man kaum vergisst. Tieftauchgänge sind nicht möglich — der See ist flach und dient auch als Fischzuchtanlage — aber die visuelle Qualität des Wassers zieht Fotografen und Schnorchler gleichermaßen an. Für anspruchsvollere Tauchgänge ist der nahe Brienzersee mit seinen Steilwänden die bessere Wahl, wo bis zu 20 Meter Sichtweite und Wracks alter Boote warten.

Praktische Hinweise

Die Schweizer Tauchhochsaison liegt zwischen Mai und Oktober. Für Tieftauchgänge in Alpenseen ist ein Trockenanzug keine Option, sondern Pflicht — die Temperatursprünge unter 15 Meter sind extrem. Die meisten Tauchplätze sind gut ausgeschildert und haben feste Einstiegsleitern. Karte öffnen und die Tauchplatzdichte rund um den Zürichsee und den Vierwaldstättersee erkunden — dort konzentrieren sich die meisten Schweizer Tauchclubs und Mietausrüster.