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Die 10 besten Tauchplätze in Südafrika

Südafrika wird von zwei Ozeanen geprägt — dem warmen Indischen Ozean im Osten und dem kalten Atlantik im Westen — und diese Zweiteilung ist nirgendwo deutlicher als unter Wasser. An der Kwazulu-Natal-Küste erstrecken sich subtropische Korallenriffe, Hai-Begegnungen sind an der Tagesordnung, und jedes Jahr im Winter zieht ein Naturschauspiel von globalem Rang an den Stränden entlang: der Sardinenzug. Auf der Westseite des Kaps wachsen dichte Kelpwälder, die Leopardenhaie, Seekatzen und Robbe beherbergen. Die Vielfalt ist so groß, dass ein einzelner Tauchurlaub kaum mehr als einen Bruchteil abdecken kann. Wassertemperaturen reichen von 8 bis 12 °C vor Kapstadt bis zu 24 bis 27 °C im Hochsommer bei Sodwana Bay. Ein 7-mm-Neopren mit Haube ist im Westen Minimum; im Norden Kwazulu-Natals genügt ein 3-mm-Neopren.

1. Sodwana Bay, iSimangaliso-Feuchtlandpark

Sodwana Bay ist das Herzstück des südafrikanischen Riffentauchens. Gut ausgebaute Korallenriffe in drei bis dreißig Metern, darunter die als Two Mile Reef und Seven Mile Reef bekannten Abschnitte, bieten Seepferdchen, Napoleonfisch, Walhaie (November bis Februar) und einen der südlichsten Bestände gesunder Weichkorallen des Indischen Ozeans. Tauchboote starten direkt vom Strand; der Einstieg durch die Brandung erfordert Routine. Wassertemperatur 22 bis 27 °C. Sicht acht bis fünfzehn Meter. Open Water genügt. Hauptsaison: Oktober bis März.

2. Aliwal Shoal, Kwazulu-Natal

Die Aliwal Shoal ist ein versteinerten Sanddünenriff rund acht Kilometer vor der Küste von Umkomaas. Vier bis fünfzig Meter Tiefe, markante Rippen und Spalten. Das Riff ist bekannt für seine hohe Konzentration an Ochsenaugen-Haien (Carcharhinus leucas), Weißspitzenriff-Haien und in bestimmten Monaten für die sogenannten Ragged-Tooth Sharks — Sandtigerhaie — die von Juni bis Oktober in großer Zahl auf dem Riff überwintern und auf Taucher gelassen reagieren. Sichtweiten fünfzehn bis zwanzig Meter. Advanced Open Water empfohlen wegen gelegentlich starker Strömungen. Beste Zeit: Juni bis Oktober für Sandtigerhaie, Dezember bis März für Walhaie.

3. Protea Banks, Shelly Beach

Protea Banks liegt rund fünf Kilometer vor der Küste von Shelly Beach und ist wohl das anspruchsvollste Rifftauchen Südafrikas. Zwei parallele Riffkämme verlaufen in sechzehn bis dreißig Meter Tiefe, getrennt durch eine Sandrinne. Der Südriff ist bekannt für die Dichte seiner Hai-Population: Tigerhaie, Hammerköpfe, Weißspitzenriff-Haie und im Winter Sandtigerhaie sind alle dokumentiert. Strömungen können sehr kräftig sein, Dünung macht Bootsein- und -ausstiege anspruchsvoll. Advanced Open Water mit Hai-Drift-Erfahrung ist unerlässlich. Beste Zeit: Juni bis September.

4. Der Sardinenzug, Ostufer Kwazulu-Natals

Jedes Jahr zwischen Mai und Juli wandern Milliarden von Pilchards (Sardinops sagax) die Ostküste Südafrikas entlang nordwärts — und mit ihnen folgen Delfine in Schulen von Tausenden, Kappenganetts die in Sturzflügen das Wasser treffen, Tunfisch, Haie und gelegentlich Brydewale, die in Koordination die Baitballs treiben. Für Taucher und Schnorchler bietet das Schauspiel im Flachwasser eine der dramatischsten Meereserfahrungen der Welt. Die besten Einstiegspunkte wechseln täglich je nach Sardinenzug-Position; Speedboote aus Port St. Johns, Port Edward und Umtentweni bringen Taucher schnell zu den Baitballs. Kein besonderer Tiefgang nötig; medizinische Tauchtauglichkeit und Kaltblütigkeit zählen mehr.

5. Cape Town Kelpwälder, Westküste

Kapstadt bietet eine vollkommen andere Art des Tauchens. In den Kelpwäldern aus Ecklonia maxima vor den Vororten Sea Point, Kalk Bay und Simon's Town tauchen Kommandoschwimmer zwischen Walhaien und Leopardenhaien, kleinen Blaustieren, schillernden Nudibranchs und dem bemerkenswerten Hund- oder Pyjamafisch. Wassertemperaturen 8 bis 14 °C; ein 7-mm-Neopren oder Trockentauchanzug ist ein Muss. Sichtweite sechs bis fünfzehn Meter je nach Windlage. Bootszugang von Hout Bay und Simon's Town. Geeignet für Open Water mit Kaltwasstolerantz; das Tauchen im Kelp erfordert Buoyancy-Sicherheit. Beste Monate: März bis Oktober.

6. False Bay — Die Haie von Fish Hoek und Miller's Point

Die False Bay ist berühmt für ihre großen Weißen Haie, die vor allem zwischen Mai und Oktober zwischen der Robbeninsel Seal Island und der Küste patrouillieren. Käfigtauchen mit Weißen Haien wird von Gansbaai aus, südöstlich von Kapstadt, angeboten und ist streng reguliert; Robbenbeobachtungs-Schnorcheln ist in Seal Island möglich. Für gewöhnliche Tauchgänge an Miller's Point finden sich Oktopusse, Zitterfische und viele kleine Felsriffbewohner in drei bis vierzehn Metern Tiefe bei 10 bis 14 °C. Open Water. Hauptsaison für Weiße Haie: Mai bis September.

7. Ponta do Ouro, Grenzgebiet zu Mosambik

Technisch liegt Ponta do Ouro auf der mosambikanischen Seite der Grenze, ist aber Standard in jedem südafrikanischen Tauchprogramm von Kwazulu-Natal. Die Korallenriffe beginnen auf drei Metern und fallen auf dreißig Meter ab. Delphine folgen den Tauchern oft während der Bootsfahrt; der Delfin-Schwimm-Tauchgang ist ein einzigartiges lokales Angebot. Walhaie erscheinen zwischen Oktober und Februar. Sicht fünfzehn bis dreißig Meter. Wassertemperatur 23 bis 27 °C. Open Water genügt; für tiefere Riffabschnitte Advanced empfohlen. Hauptsaison: Oktober bis März.

8. Waterberg Diving — Binnentauchen im Limpopo

Im Landesinneren bietet die Waterberg-Region Binnentauchplätze in Bergquellen und überfluteten Bergwerksstollen auf Höhenlagen über 1 000 Metern. Temperatures around 18 to 22 °C im Quarzsandstein-Sedimentwasser. Spezifisch für Taucher, die Kwazulu-Natal-Erfahrung um ein Kontrastprogramm erweitern wollen. Wenige Tauchzentren betreiben diese Stellen; lokale Anfragen in Mokopane oder Bela-Bela sind der beste Weg. Open Water als Mindestvoraussetzung.

9. Sodwana — Einsternkorallen-Tiefzone (25–30 m)

Im tieferen Bereich von Sodwana, zwischen fünfundzwanzig und dreißig Metern, bilden Sternkorallen der Gattung Favia und Goniastrea ausgedehnte Tischkorallenflächen, die an den flacheren Korallenformationen vorbeiziehen. Hier ist der Zackenbarsch deutlich größer, Blaupunktrochen sitzen auf dem sandigen Boden, und die Wahrscheinlichkeit, einen Hammerhai in der Außenwassersäule zu sehen, steigt. Sicht bis fünfzehn Meter. Wassertemperatur 24 bis 26 °C. Advanced Open Water empfohlen. Beste Zeit: Oktober bis März.

10. Pinnacle Rock, Umkomaas

Pinnacle Rock ist eine isolierte Erhebung vor Umkomaas in zwölf bis achtzehn Metern Tiefe, die den Aliwal-Shoal-Besuchen ideal als Zweittauchgang folgt. Das Riff ist kleiner und kompakter, der Hai-Verkehr weniger intensiv, dafür sind Schildkröten — Lederschildkröten und Echte Karettschildkröten — häufig zu sehen. Korallenbedeckung bescheiden aber stabil. Strömung mäßig. Open Water genügt. Hauptsaison Oktober bis April.

Praktische Hinweise

Der einfachste Ausgangspunkt für Kwazulu-Natal ist Durban mit gutem Inlandsanschluss; die meisten Tauchbasen liegen eine bis zwei Stunden südlich an der Südküste. Aliwal Shoal und Protea Banks werden von Umkomaas und Shelly Beach bedient. Für Kap-Tauchen sind Kapstadt und Hout Bay ideale Basen. Das iSimangaliso Wetland Park-Gebiet rund um Sodwana erfordert Eintrittsgenehmigungen; KZN Wildlife-Reservierungen sind rechtzeitig vorzunehmen. Die Hauptreiseversicherung sollte eine Tauchunfallklausel mit DAN-Abdeckung enthalten — die nächste Überdruckkammer befindet sich in Durban. Alle hier besprochenen Tauchstellen können vorab auf der interaktiven Karte eingesehen werden.