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Die 10 besten Tauchplätze in Italien

Italiens Küste erstreckt sich über 8.000 Kilometer und grenzt an drei Meere — das Ligurische, das Tyrrhenische und das Adriatische. Das Ergebnis ist eine Vielfalt an Tauchrevieren, die von klaren Felshängen in Ligurien über vulkanische Unterwasserformationen auf den Äolischen Inseln bis zu historischen Wracks in der Adria reicht. Dazu kommen die tiefen Alpenseen im Norden: der Gardasee und der Luganer See bieten Binnengewässer-Tauchen, das sich durch außergewöhnliche Klarheit auszeichnet. Wassertemperaturen im Mittelmeer liegen im Sommer bei 22 bis 26 °C; ein 5-mm-Anzug empfiehlt sich für die kühleren Frühjahrs- und Herbstmonate. Alle Tauchplätze lassen sich auf der interaktiven Karte erkunden.

1. Portofino, Ligurien

Das Meeresschutzgebiet Portofino ist eine der renommiertesten Tauchadressen Norditaliens. Felshänge beginnen flach und fallen auf 35 bis 50 Meter ab; Gorgonien in leuchtendem Orange, Rote Korallen (Corallium rubrum) und ausgedehnte Seeanemonen-Felder kennzeichnen die Riffe. Zackenbarsche, Tintenfische und Langusten sind typische Bewohner. Das Schutzgebiet teilt sich in Zonen mit unterschiedlichen Tauchregeln; die Kernzone erfordert einen Begleiter aus dem Schutzgebiet. Sicht bis 25 Meter im Sommer; beste Saison von Mai bis Oktober.

2. Ustica, Sizilien

Ustica, eine kleine Vulkaninsel nördlich von Palermo, ist Italiens ältestes Meeresschutzgebiet und eines der besten Tauchdestinationen des westlichen Mittelmeers. Vulkanische Felsformationen, natürliche Bögen und Höhlen in 10 bis 40 Metern bieten spektakuläre Topographie. Zackenbarsche in bemerkenswerter Größe, Barrakuda, Tintenfische und gelegentliche Hammerhaie kennzeichnen die Riffe. Mehrere Tauchcenter auf der Insel organisieren geführte Tauchgänge. Beste Bedingungen von Mai bis Oktober; Unterkunft auf der Insel ist begrenzt, frühe Buchung empfohlen.

3. Gardasee, Veneto/Lombardei

Der Gardasee ist mit 346 Metern Tiefe der tiefste See Italiens und bietet Binnentauchen in außergewöhnlicher Klarheit. Felshänge an der Ost- und Westseite fallen steil ab; Süßwasserfische, Krebstiere und Muscheln bevölkern die Unterwasserwelt. Besondere Attraktion: versunkene Objekte und Ruinen in verschiedenen Tiefen. Sichtweiten von 8 bis 15 Metern sind typisch; im Frühjahr nach der Schneeschmelze kann die Sicht kurzzeitig sinken. Tauchzentren in Limone, Malcesine und Riva del Garda bieten Kurse und Ausrüstungsverleih.

4. Capo Testa, Sardinien

Capo Testa an der Nordspitze Sardiniens bietet Granitformationen und Felsriffe, die unter Wasser ebenso dramatisch sind wie an der Oberfläche. Felsspalten, natürliche Bögen und Höhlen in 8 bis 30 Metern sind reich besetzt mit Gorgonien, Langusten, Tintenfischen und kleinen Häifischen. Das Wasser ist kristallklar; Sichtweiten von 20 bis 30 Metern sind im Sommer die Regel. Küstentauchen vom Strand aus oder per Schlauchboot von lokalen Anbietern; für alle Zertifizierungsstufen geeignet.

5. Wrack Mohawk Deer, Sizilien

Das Wrack der Mohawk Deer, ein britisches Handelsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, liegt in 45 bis 60 Metern vor der Küste Siziliens und ist ein bedeutendes Ziel für technische und fortgeschrittene Freizeittaucher. Das Schiff ist gut erhalten; Propeller, Deckseinbauten und Laderäume sind erkennbar. Grosse Zackenbarsche, Moränen und Schwämme bevölkern das Wrack. Der Tauchgang erfordert Advanced-Kenntnisse und tieferfahrene Unterstützung; viele Anbieter in Sizilien bieten begleitete Trips zur Mohawk Deer an.

6. Wrack Genova, Sizilien

Das Wrack Genova liegt in 32 bis 40 Metern und ist eines der beliebtesten Wracks vor der sizilianischen Küste. Das Schiff wurde in den 1970er Jahren versenkt und ist seitdem mit Korallen und Schwämmen überwachsen. Große Zackenbarsche haben das Wrack als Revier beansprucht; Schwärme von Glasfischen umgeben das Deck bei ruhigen Bedingungen. Advanced Open Water genügt für die oberen Decks; tiefere Penetration erfordert Wrack-Specialty. Beste Sicht: Juli bis September.

7. Parete di Caslano, Luganer See

Der Luganer See, der zum Teil in der Schweiz liegt, bietet hervorragendes Süßwassertauchen im Bereich Caslano. Die 'Parete di Caslano' — eine senkrechte Felswand — fällt von der Oberfläche auf über 50 Meter ab. Sichtweiten von 8 bis 15 Metern erlauben gute Orientierung; Hechte, Zander und Weißfische bevölkern die Felswand. Eine besondere Attraktion ist das Tauchgebiet 'Il Deserto' — ein abgezäunter Bereich mit flachem Sandboden für Übungstauchgänge. Tauchbases in Lugano und auf der Schweizer Seite bieten Unterstützung.

8. Relitto Milano, Luganer See

Das Relitto Milano — das Wrack eines versunkenen Dampfschiffs — liegt auf dem Grund des Luganer Sees in 45 bis 55 Metern. Es ist ein klassischer Tieftauchgang für fortgeschrittene Taucher und einen der wenigen Binnensee-Wracks in der Region. Das Schiff ist überwachsen und von Süßwasserfischen besiedelt. Advanced-Zertifikat und Trockenanzug für die Wintermonate; im Sommer genügt ein 5-mm-Neopren. Lokale Tauchbases in Lugano koordinieren Ausfahrten.

9. Riffe vor Lampedusa, Pelagische Inseln

Lampedusa, Italiens südlichste Insel (nördlicher als Tunis), bietet das klarste Wasser des Mittelmeers. Sichtweiten von 30 bis 40 Metern sind im Sommer möglich; das Wasser erreicht 26 bis 28 °C. Posidonia-Wiesen in 5 bis 20 Metern beherbergen Schildkröten, Goldbrassen und Seepferdchen; tiefere Felsriffe sind reich an Gorgonien und Langusten. Mehrere Tauchcenter auf der Insel bieten Tagesausfahrten zu einem Dutzend markierter Spots.

10. Capo Palinuro, Kampanien

Capo Palinuro auf der Halbinsel Cilento ist für seine Meereszöliakie — eine unterseeische Höhle mit einer natürlichen blauen Lichtquelle — bekannt. Die Umgebung bietet Riffe in 10 bis 35 Metern mit Gorgonien, Schwämmen und typischen Mittelmeer-Fischarten. Ein Wasserfallhöhle und mehrere Meereshöhlen machen Tauchgänge abwechslungsreich. Tauchcenter in Palinuro und Marina di Camerota bieten geführte Höhlen- und Riff-Tauchgänge von April bis Oktober.

Praktische Hinweise

Die Mittelmeer-Saison in Italien läuft von April bis Oktober; Hochsommer (Juli bis September) bietet warmste Temperaturen und beste Sicht. Seen im Norden sind ganzjährig befahrbar, aber Trockenanzug von Oktober bis April empfohlen. Nationale Meeresschutzgebiete wie Portofino, Ustica und Capo Palinuro verlangen Registrierung und Einhaltung der Zonen-Regelungen. Die interaktive Karte listet zertifizierte Tauchbases entlang der gesamten Küste Italiens. PADI, SSI und CMAS (in Italien oft als Federazione Italiana Pesca Sportiva e Attività Subacquee vertreten) sind die gängigen Ausbildungsorganisationen.