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Die 10 besten Tauchplätze in Deutschland

Deutschland ist keine klassische Tauchdestination für internationale Reisende — und genau das macht es für Entdecker interessant. Kristallklare Alpenseen mit Sichtweiten von über 20 Metern, mystische Steinbruchseen in den Mittelgebirgen, Ostseewracks mit Geschichte und die einzigartige Hochseeinsel Helgoland bieten zusammen ein überraschend abwechslungsreiches Programm. Wassertemperaturen reichen von 4 °C im Alpin-Winter bis zu 22 °C an einem heißen Augusttag im Baggersee. Ein solider 5-mm-Anzug ist das ganze Jahr über sinnvoll; im Herbst und Winter empfiehlt sich der Trockenanzug. Die interaktive Karte zeigt Einstiegspunkte und Tauchschulen in der gesamten Bundesrepublik.

1. Walchensee, Bayern

Der Walchensee zählt zu den tiefsten Seen Deutschlands — maximal 192 Meter — und gilt unter einheimischen Tauchern als der Schönste. Das Wasser ist außergewöhnlich klar; in ruhigen Perioden übersteigt die Sicht 20 Meter. Unter Wasser bieten Felsstufen, Geröllhänge und dichte Unterwasservegetation Lebensraum für Hechte, Forellen und Schleien. Die Wassertemperatur beträgt im Sommer an der Oberfläche rund 18 bis 20 °C, fällt aber schnell auf unter 8 °C in der Tiefe. Open Water genügt für die Flachwasserzonen; größere Tiefen verlangen Advanced-Qualifikation.

2. Helgoland, Nordsee

Deutschlands einzige Hochseeinsel liegt 70 Kilometer von der Küste entfernt und bietet das einzige echte Salzwasser-Riff-Tauchen im deutschen Nordsee-Bereich. Hummer, Wolfsbarsche, Robben und bei gutem Timing auch Riesenwelse beleben Felsriffe, die auf 25 bis 30 Meter abfallen. Sicht und Bedingungen wechseln stark mit der Tide; am besten taucht man bei Hochwasser kurz nach Kentern. Die Saison läuft von April bis Oktober. Für Helgoland reist man per Fähre aus Cuxhaven, Hamburger oder Schleswig-Holsteinischen Häfen an.

3. Steinbruch Sundhausen, Thüringen

Der ehemalige Kalksteinbruch bei Sundhausen in Thüringen ist eines der meistbesuchten Binnengewässer Deutschlands für Taucher. Das Becken erreicht über 60 Meter Tiefe; Tauchplattformen, versenktes Gerät und ein intakter Schulbus auf dem Grund machen jeden Tauchgang zu einem kleinen Abenteuer. Die Sicht liegt in der Regel bei 8 bis 15 Metern. Wassertemperaturen variieren wenig und liegen im Sommer zwischen 16 und 20 °C. Für tiefe Abschnitte ist Advanced-Zertifikat vorgeschrieben; das Areal ist gut organisiert und ideal für Kurse.

4. Brechtsee, Bayern

Der Brechtsee bei Kaufering in Oberbayern ist ein Baggersee, der sich über die Jahrzehnte zum Treffpunkt der bayerischen Tauchgemeinschaft entwickelt hat. Sichtweiten von 8 bis 12 Metern und Tiefen bis 20 Meter machen ihn ideal für Ausbildung und Wiederholungstauchgänge. Im Sommer ist das Wasser an der Oberfläche angenehm warm; Hechte, Karpfen und Weißfische begleiten jeden Tauchgang. Die nahegelegene Tauchbasis stellt Ausrüstung, Flaschenfüllung und Kursinfrastruktur zur Verfügung.

5. Blausteinsee, Nordrhein-Westfalen

Unweit von Aachen liegt der Blausteinsee, eine renaturierte Braunkohle-Abbaugrube. Das Wasser ist erstaunlich klar — Sichtweiten bis 15 Meter sind keine Seltenheit — und die Tiefe erreicht 35 Meter. Versunkene Fundamente und eine Unterwasserplattform bieten Orientierungspunkte; regelmäßige Tauchtreffen machen den See zu einem geselligen Revier. Die Tauchbasis am See bietet Kurse für alle Stufen sowie Ausrüstungsverleih. Bestes Tauchen von Mai bis Oktober; im Winter fast ausschließlich Trockentaucher.

6. Kiessee Leuben, Sachsen

Sachsen hat mehrere attraktive Bagger- und Kiesseen; der Kiessee Leuben bei Leipzig gehört zu den bekanntesten. Sicht bis 10 Meter, Tiefen bis 22 Meter und ein versenktes Fahrzeug auf dem Grund machen ihn beliebt. Die umliegenden Tauchbases organisieren regelmäßige Führungen und Kurse. Im Sommer ist das Gelände gut besucht; frühe Morgenbesuche für entspannteres Tauchen empfohlen. Alle Zertifizierungsstufen profitieren vom Revier.

7. Ostsee-Wracks bei Stralsund und Rügen

Die deutsche Ostseeküste birgt eine beachtliche Anzahl historischer Wracks aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie der Handelsschifffahrt. Seegrasfelder, Schwämme und Miesmuschelbänke prägen die flacheren Wracks in 8 bis 18 Metern; tiefere Wracks erfordern Advanced-Qualifikation und gute Strömungskenntnisse. Die Sicht ist im Spätsommer am besten und kann 8 bis 12 Meter erreichen. Tauchschulen in Stralsund, Rügen und Usedom bieten geführte Wracktauchgänge an und verleihen Ausrüstung.

8. Büdingen-Seen, Hessen

Das Tauchrevier rund um Büdingen in der Wetterau zieht Taucher aus dem Rhein-Main-Gebiet an. Mehrere Kies- und Baggerseen bieten Tiefen bis 35 Meter und Sichtweiten, die nach Regenperioden zwar auf 5 Meter sinken, in trockenen Sommern aber auf 12 Meter steigen. Saisonale Fischpopulationen, Seerosen in Flachwasserzonen und versenktes Gerät geben Tauchgängen Abwechslung. Die örtliche Tauchschule koordiniert Einstiege und verkauft Tageskarten.

9. Torfmoorsee, Nordrhein-Westfalen

Der Torfmoorsee im Sauerland hat zwei getrennte Einstiege an Ost- und Westufer und reicht auf maximal 22 Meter. Das Wasser hat eine leichte Gelbfärbung durch gelöste Huminstoffe, was ihm eine charakteristische Atmosphäre gibt. Seesterne, Flohkrebse und die ungewöhnliche Unterwasservegetation machen Makrofotografie-Tauchgänge lohnend. Wassertauer aus dem Ruhrgebiet schätzen die unkomplizierte Anreise; die Infrastruktur ist bescheiden, die Natur umso ursprünglicher.

10. Freiburg und Umgebung, Baden-Württemberg

Südlich von Freiburg im Breisgau sind mehrere Bagger- und Kiesteiche zugänglich, die von lokalen Tauchschulen genutzt werden. Die Tiefen erreichen meist 15 bis 25 Meter; Sichtweiten von 8 bis 15 Metern sind typisch. Ein besonderer Vorzug liegt in der Nähe zu Frankreich und der Schweiz, was mehrtägige Tauch-Rundreisen entlang des Rheins und über den Bodensee attraktiv macht. Lokale Basis-Betreiber bieten Kurse, Flaschenfüllung und Gruppenorganisation.

Praktische Hinweise

Binnenseen in Deutschland sind ganzjährig tauchbar, aber Trockenanzug-Kenntnisse sind ab Oktober bis April stark empfohlen. Helgoland und die Ostsee sind saisonal (April bis Oktober); Fähren und Tauchbases sollten in der Hochsaison frühzeitig reserviert werden. Ein 5-mm-Neoprenanzug mit Haube deckt die Sommermonate ab; darunter sinkt der Komfort deutlich. Die interaktive Karte führt zu verifizierten Tauchbases und Einstiegspunkten in allen Bundesländern. PADI, SSI und der VDST (Verband Deutscher Sporttaucher) sind die gängigen Ausbildungsorganisationen.